So schnö kaust gor net schaun

Ein Semester in Retrospektive

So schnö kaust gor net schaun

 

Vieles habe ich mir ausgemalt. Trotzdem sah dann alles anders aus. Als ich mich vor knapp einem halben Jahr in den Hallen der FH JOANNEUM wiederfand, um dort mein Studium zu beginnen, hatte ich nur eine sehr vage Vorstellung, wie einem hier Journalismus und PR beigebracht werden sollte. Nach einem Semester herrscht nun ein wenig Klarheit.

Im Frühling 2010 sah die Sache noch etwas anders aus. Zu dieser Zeit verrichtete ich noch meinen Dienst am Staate Österreich und überlegte hin und her, was nun für mich das richtige Studium sei. Wie auch jetzt noch galt eine meiner größten Interessen der Musik, weshalb ich auch nachdachte, ob es mich nicht doch in diese künstlerische Richtung verschlagen sollte. Schließlich kam ich aber zu dem Schluss, dass ich wohl doch nicht der nächste Pat Metheny werden würde und entschied mich für den Journalismus, der mich schon immer sehr gereizt hatte.

Aber zurück zum Oktober 2010. In den ersten Wochen haben ich und meinen Kolleginnen und Kollegen – kurz JPR10 – begonnen, uns langsam aber leichtfüßig an das Studium heranzutasten, das uns, oder zumindest den Großteil von uns, die nächsten drei Jahre unseres Lebens begleiten würde. Zu Beginn gaben mir einige extrakurikuläre Veranstaltungen (Stichwort Studienopening, Welcome-Drink etc.) noch den Anschein, man müsste sich für ein FH-Studium wohl nicht den sprichwörtlichen Haxen ausreißen. Nach einiger Zeit stellte ich aber doch fest, dass ein Studium mit Anwesenheitspflicht und starkem Praxisbezug einem viel Zeit und Arbeit abverlangt.

Aber genau das ist wiederum auch einer der großen Vorteile der FH gegnüber der „richtigen Uni“, wie böse Zungen sagen: Man muss arbeiten, seine Aufgaben erledigen und entwickelt sich schnell weiter. CSR, Cloud Computing, News Values – die Fachwörter fliegen einem nur so um die Ohren, während man meint, in einem Meer von Pflichtliteratur unterzugehen. Währenddessen werkt man mehr oder weniger konstant an einem Radiobeitrag, einem Journalistenporträt und ehe man sich’s versieht, ist das erste Semester auch schon wieder vorbei.

Was bleibt also nun nach einem Semester FH? Man weiß jetzt etwa aus sicher Quelle, dass Journalisten dauergestresste, selbstmordgefährdete Wesen sind, die zusammen mit den PRlern versuchen, die Welt in bestmöglich zu informieren oder auch zu lenken, wir wissen von Vortragenden, dass es viel Theorie zur Massenkommjunikation gibt und viel, das in der Praxis nicht ganz der Theorie folgt und wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es möglich ist, die Schlafzeit auf ein Minimum zu reduzieren und dass die Phrase „zu viel Kaffee“ ein Paradoxon darstellt.

Aber vor allem die Einsicht, dass man die Dinge selbst in die Hand nehmen muss, denn selbst der beste Studiengang produziert keine Journalisten und PR-Fachleute.

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